{"id":180,"date":"2013-05-25T09:13:15","date_gmt":"2013-05-25T07:13:15","guid":{"rendered":"http:\/\/markusmanfredjung.de\/wp\/?p=180"},"modified":"2013-05-25T09:19:29","modified_gmt":"2013-05-25T07:19:29","slug":"sprache-zum-klingen-gebracht-markus-manfred-jung-erhielt-die-hebelplakette","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/markusmanfredjung.de\/wp\/2013\/05\/sprache-zum-klingen-gebracht-markus-manfred-jung-erhielt-die-hebelplakette\/","title":{"rendered":"Sprache zum Klingen gebracht &#8211; Markus Manfred Jung erhielt die Hebelplakette"},"content":{"rendered":"<p>[Mit frdl. Genehmigung der Badischen Zeitung \/ der Autorin.]<\/p>\n<p>B\u00fcrgermeister Martin B\u00fchler (li) dankt Hebelplakettentr\u00e4ger Markus Manfred Jung f\u00fcr das<br \/>\nGastspiel im Hebelhaus. <\/p>\n<p>1975 schrieb Markus Manfred Jung seine erste Geschichte; sie avancierte zu preisgekr\u00f6nter Prosa, machte Mut und gab den Ansto\u00df zum weiteren Schaffen. Bis heute ist sein Weg mit Auszeichnungen gepflastert, die j\u00fcngste stellt die Hebelplakette dar \u2013 traditionell schlie\u00dft sich der Verleihung die Lesung vor dem Hebelfest an. Der Abend im Hebelhaus vor ausgesuchtem Publikum war eine komprimierte R\u00fcckschau auf nahezu vier Jahrzehnte kreativer T\u00e4tigkeit. Erkennen lie\u00df sich, dass Inhalte stets vom pers\u00f6nlichen Werdegang gepr\u00e4gt waren. Das Schreiben kommt aus einem selbst, erkl\u00e4rte Jung das. Erfreulich sei, wenn sich der Leser den Inhalten anschlie\u00dfen k\u00f6nne. Nicht immer habe er diesen Nerv getroffen, vor allem nicht bei ironischen Versen. Doch Ironie sei ohnehin ein schwieriges Fach.<br \/>\nDie Gunst der Leserschaft zu erringen gelang ihm sp\u00e4testens mit dem Gedichtband &#8222;R\u00e4gesuur&#8220;. 1986 nahm er sich des Reizthemas &#8222;saurer Regen&#8220; an. Junge Autoren \u00e4u\u00dfern sich gern politisch, kommentiert Jung das im R\u00fcckblick. Nach und nach wuchs das \u0152uvre an auf 18 Titel. Einige seien vergriffen, gelegentlich lasse sich ein Exemplar bei &#8222;Ebay&#8220; erwerben, so der Autor launig. Aus jedem Gedichtband vorzulesen, war seine Intention, meinte er augenzwinkernd. Humor zeigte sich auch in den Erl\u00e4uterungen, die seiner Karriere galten. Deutlich wurde, dass ihn einstige Ambitionen im gereiften Alter schmunzeln lassen. So mancher seiner fr\u00fcheren<br \/>\nGedanken k\u00f6nne er nicht mehr folgen, erinnere sich aber, sie geschrieben zu haben. Andere seien frisch wie zur Zeit der Niederschrift. Der Tod des Vaters Gerhard Jung etwa, &#8222;Hoch- und Vordenker&#8220;, der ihn neben dem Vorbild Johann Peter Hebel, pr\u00e4gte.<br \/>\nMit v\u00e4terlichem Rat fand das Nachwuchstalent die richtigen Bahnen, unter anderem riet der Erfahrene, Mundart zu verwenden. Der Sohn beherzigte das, um festzustellen, dass diese mehr &#8222;M\u00f6glichkeiten und Vieldeutigkeiten&#8220; enthalte und Musik. Diese brachte der frischgebackene Hebelplakettentr\u00e4ger bei der Lesung unentwegt zum Klingen, darunter Ausz\u00fcge aus &#8222;Halbw\u00e4rtsziit&#8220; von 1989, einer Phase, in der es hie\u00df, &#8222;de Gerhard Jung komme, numme eweng j\u00fcnger&#8220;. Viele Erlebnisse weiter spricht der Mundartdichter davon, Vertrauen in den Leser gewonnen zu haben. Durch einen Plagiatsvorwurf erkannte er, dass man sich Formulierungen anderer merke, ohne es zu wissen. Selbstkritisch ging er mit einem (fast verpatzten) Fernsehauftritt um, und von starker Geradlinigkeit zeugte die Begr\u00fcndung, warum er seit 2008 nichts mehr ver\u00f6ffentlicht habe. Bei einem Autorentreffen am\u00fcsierte man sich noch \u00fcber das verlorene Notizbuch Martin Walsers. Dann verlor er es selbst, so Jung, und damit die Aufzeichnung vieler Jahre.<br \/>\nDas Nachdenken \u00fcberlasse er dem Leser, habe Hebel einst ge\u00e4u\u00dfert, ein Credo, das schon Gerhard Jung aufgriff und das sich ebenso f\u00fcr Markus Manfred Jung anwenden l\u00e4sst, wie eine ganze Reihe tiefsinniger Verse bewies. Manchmal stiehlt sich das Denken \u00fcber das Schreiben, so der Preisgekr\u00f6nte begr\u00fcndend.<\/p>\n<p>Autorin: Ines Bode<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[Mit frdl. Genehmigung der Badischen Zeitung \/ der Autorin.] B\u00fcrgermeister Martin B\u00fchler (li) dankt Hebelplakettentr\u00e4ger Markus Manfred Jung f\u00fcr das Gastspiel im Hebelhaus. 1975 schrieb Markus Manfred Jung seine erste Geschichte; sie avancierte zu preisgekr\u00f6nter Prosa, machte Mut und gab den Ansto\u00df zum weiteren Schaffen. 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