Prosa

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gopaloni, Alemannische Geschichten, 132 Seiten, mit eingelegter CD, 2012, ISBN: 978-3-933765-66-6, Illustrationen: Bettina Bohn, Druck: Todt Druck, Villingen, Drey-Verlag, Preis, 20.- €



verruckt kommod titelbild klein verruckt kommod, Drey Verlag, Gutach o.J., Glossen 1991 bis Anfang 1995
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E himmlischi Unterhaltig, Drey Verlag, Gutach 1995.
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De Schwämmlichrieg

Endli isch wider Schwämmlizit. Un well mer s leid worden isch, in mim ewig gliiche Pilzwald die ewig gliiche Pfiff, Semmel un Marone z finde, han i mer e neue Wald gsuecht, un bigoscht kei schlechte. Scho han i mi Chörbli halbvoll un s lüüchtet mer e herrlichis Pfifferlingplätzli dur e Schonung entgege, do hör i e Knackse, e Schnuufe, un des no glii vo zwei Site her. Wildsäu, denk i, um himmelsgottswille.

Aber do sihn i zwei Männer, jede vo siinere Site her, wo grad uf des Plätzli zueschtifle tüen. Beidi elter, e Huet uf, e Kleppermantel a, e Chörbli am Arm, e Messer in de Hand. Pilzprofis also, wien ich, un wohl däheim in dem Wald, anderscht as wien ich. I halt mi mucksmüslischtill an Bode ghurt. Jessisnei, dä Schreck, wo si ufenander stoße, die zwee, grad vor de goldgääle Herrlichkeit. Un wie si sich aluege, mit de Auge fresse, sich ufbaue, ufgregt mit em Chörbli schwenke un mit em Messer dütte, wortlos: Ich war zuerst hier. Keine goht.

Uf eimool sait de erscht, abgrundtief entrüschtet: Sie, sie Trompetenpfifferling. De ander zruck, sofort: Sie, sie Grünspanträuschling. Fichtenzapfenrübling. Gurkenschnitzling. So goht s witer. Un si umkreise de Schwämmliplatz, fuchtle mit de Messer, tanzen umenand umme. Un uf eimool goht s witer, uf du. Du, du Grubiger Milchling. Du Gebrechlicher Glöckling. Parasitischer Scheidling. Zitzenrötling. Violettmilchender Zottenreizker. Schwarzfleckiger Schmierschirmling. Glimmerschüppling. Maisbeulenbrand. Immer verruckter werde si. Ii schliich mi nööcher.

Orangefuchsiger Hautkopf. Rosenroter Schmierling. Rasiger Purpurschneckling. Papageiengrüner Saftling. Natternstieliger Schleimfuß. Gallerfleischiger Fältling. Jetz sin si e bizz uf Abwege groote, de eind gumpt scho wien e Rumpelschtilzli, de ander hintedrii. Un, schwuppdiwupp, rasir i dä Schwämmliplatz mit beide Händ, un grad, wo mi Chörbli voll isch, sehn mi di beide. Stockschwämmlischtiif un stumm luege s mi a. I spring dävo, wink nomool churz un ruef dure, ganz profimäßig: Merci, du Braunknolliger Sklerotienrübling, un du, Strohblasser Rötelritterling, adje un merci nonemool. Endli isch wider Schwämmlizit. Un well mer s leid worden isch, in mim ewig gliiche Pilzwald die ewig gliiche Pfiff, Semmel un Marone z finde, han i mer e neue Wald gsuecht, un bigoscht kei schlechte. Scho han i mi Chörbli halbvoll un s lüüchtet mer e herrlichis Pfifferlingplätzli dur e Schonung entgege, do hör i e Knackse, e Schnuufe, un des no glii vo zwei Site her. Wildsäu, denk i, um himmelsgottswille.

Aber do sihn i zwei Männer, jede vo siinere Site her, wo grad uf des Plätzli zueschtifle tüen. Beidi elter, e Huet uf, e Kleppermantel a, e Chörbli am Arm, e Messer in de Hand. Pilzprofis also, wien ich, un wohl däheim in dem Wald, anderscht as wien ich. I halt mi mucksmüslischtill an Bode ghurt. Jessisnei, dä Schreck, wo si ufenander stoße, die zwee, grad vor de goldgääle Herrlichkeit. Un wie si sich aluege, mit de Auge fresse, sich ufbaue, ufgregt mit em Chörbli schwenke un mit em Messer dütte, wortlos: Ich war zuerst hier. Keine goht.

Uf eimool sait de erscht, abgrundtief entrüschtet: Sie, sie Trompetenpfifferling. De ander zruck, sofort: Sie, sie Grünspanträuschling. Fichtenzapfenrübling. Gurkenschnitzling. So goht s witer. Un si umkreise de Schwämmliplatz, fuchtle mit de Messer, tanzen umenand umme. Un uf eimool goht s witer, uf du. Du, du Grubiger Milchling. Du Gebrechlicher Glöckling. Parasitischer Scheidling. Zitzenrötling. Violettmilchender Zottenreizker. Schwarzfleckiger Schmierschirmling. Glimmerschüppling. Maisbeulenbrand. Immer verruckter werde si. Ii schliich mi nööcher.

Orangefuchsiger Hautkopf. Rosenroter Schmierling. Rasiger Purpurschneckling. Papageiengrüner Saftling. Natternstieliger Schleimfuß. Gallerfleischiger Fältling. Jetz sin si e bizz uf Abwege groote, de eind gumpt scho wien e Rumpelschtilzli, de ander hintedrii. Un, schwuppdiwupp, rasir i dä Schwämmliplatz mit beide Händ, un grad, wo mi Chörbli voll isch, sehn mi di beide. Stockschwämmlischtiif un stumm luege s mi a. I spring dävo, wink nomool churz un ruef dure, ganz profimäßig: Merci, du Braunknolliger Sklerotienrübling, un du, Strohblasser Rötelritterling, adje un merci nonemool.

Son e Läbtig

Isch des schön, grad jetz in de Vorwiehnächtsziit, wenn de chasch go lädele goh, mim e Chind an de Hand. Die Freud, des Ummechäschperle, Stohbliibe, Froogen un Stuune. Alles isch öbbis Bsunderis, d Liechter, d Gschenker hinter de Schiibe, d Musik, d Mensche, do ane zauberet, grad jetz un numme für es. Für 30 Pfennig Gmischtis kriege an re Guzzitheke oder neumen e Güggernüllis mim e Bändeli dra, was für e Läbtig, was für e Glück.

Un däno luegsch emool in die ghetzte Blick vo uns dreivirtelstoten Erwachsene drii. Mir, wo wie so Zombi-Puppen as verfluechti Widergänger vo unsre eigne Chindheit ummenirre in däre verloge glitzrige Welt, zooge vo de Reklamebilder, wo scho sit Wuche wien e Epidemii dur e Briefchaschteschlitz ins Hirni schneie.

Jedi Störig in unsre Hatz dur d Gschäfter, – e Frau mim e Chinderwage, wo nit recht in Bus iine chunnt, en alte Ma an de Kasse im Supermärt, wo chnufrig probirt, s Chleigeld gnau abzellt us em Portmonee z chnuuble, d Heilsarmee oder d Wachtturmwächter, -jedi Störig spüre mer däbii as Agriff uf unse Konsum vo de eigne Läbensziit. Was für e Läbtig. Schieben un gschobe werde. Mensch, wenn s numme bal umme wär.

Isch des schön, grad jetz in de Vorwiehnächtsziit,..