Stücke
- Erlkönig – Der König von Erl. Uraufführung 14.10.1995, Gymnasium Schopfheim, Regie Wolfgang Dreiser,
- Rotteck Ring
- Salpetererhans, 10.7.2004, Herrischried, Regie: Günther Weber
Rotteck Ring
9.7.1999, Stadttheater Freiburg, Regie Udo Feger; Verena Enderlin, 8.7.2001, Klausenhof Herrischried, Regie Günther Weber
Das vierteilige Schauspiel Rotteck Ring hat folgenden Inhalt.
Im ersten Teil spielen vier Schüler des Freiburger Rotteck-Gymnasiums, Claudia, Heiner, Franz und Thomas, die erste Szene aus einem fiktiven Theaterstück zur Badischen Revolution 1848/49. In der Szene bereitet sich der Freiburger radikal-liberale Abgeordnete Karl von Rotteck (1775-1840) beim Ankleiden auf eine Rede vor, die er Anfang 1832 vor der Ständekammer im Badischen Landtag halten will. Thema: Liberalisierung und Demokratisierung, Errungenschaften und Ziele badischer Politik. Sein Sekretär Franz, der aus dem Volk stammt (und zumindest dialektnah spricht), ist aufgrund seiner Erfahrungen in der sozialen Alltagsrealität Prüfstein und Korrektiv für Rottecks Ideen.
Anhand eines (historisch nicht belegten, aber möglichen) Besuchs des jungen Mannheimer Revolutionärs Friedrich Hecker (1811-1881) werden unterschiedliche politische Positionen des liberalen Vorbereiters der Revolution, Rotteck, und des späteren wirklichen Revolutionärs Hecker, deutlich. Der Streit ist weitgehend aus historisch belegten Zitaten entwickelt und nimmt wichtige Gründe für das spätere Scheitern der Revolution vorweg. gespielten, historischen Szene offensichtlich werden.
Erst am Schluss der Szene wird klar, dass die bisherige Handlung Theater im Theater war. Der Direktor des Gymnasiums, Herr von Gagern, lobt die Schüler fast überschwenglich für ihre Vorführung und die ebenfalls als zuerst stumme Zuschauerin anwesende Deutschlehrerin, Frau Schmidt, für ihr Engagement. Während sich die Schüler, jetzt alleine, umkleiden, diskutieren sie einerseits den politischen Streit, bezogen auf die selbst erlebte Gegenwart, andrerseits die übertriebene Reaktion des Direktors.
Im zweiten Teil wird bei einem Treffen der vier miteinander befreundeten Schüler in einem Eiscafé das Problem liberale oder radikale Demokratisierung am gegenwärtigen Problem der Arbeitslosigkeit durchgespielt. Ein gemeinsames Vorgehen bei einer geplanten Demonstration wird besprochen. Franz, der in Wirklichkeit am meisten unter den sozialen Spannungen der gegenwärtigen Gesellschaft zu leiden hat, fühlt sich als radikalerer Denker von den anderen isoliert. Das fragile, harmonische Verhältnis ist, auch aufgrund von Eifersucht, zerstört.
Im dritten Teil treffen die vier Schüler nach der Demonstration, an der sie in unterschiedlicher Weise teilgenommen haben, wieder am selben Ort zusammen. Franz hatte einen Zusammenstoß mit der Polizei, die ihn offenbar sucht, im Café aber nicht findet. Im Streit über sein Vorgehen und seine weiteren Absichten wird klar, dass das geplante Theaterstück zum Jubiläum der Schule mit ihm nicht wie geplant durchgeführt werden kann. Allen wird klar, daß dem Theaterstück der direkte Bezug zur eigenen Erfahrungswelt fehlt.
Im vierten Teil versuchen die Schüler durch spontane Improvisation diesen Bezug herzustellen. Das gelingt aber erst, als durch das Hinzukommen des Direktors der Druck von außen, etwas zeigen zu müssen, groß genug wird und die Parallelen zur gespielten, historischen Szene offensichtlich werden.