HEBEL-GEDENKPLAKETTE 2013 – Ein Freund des deutlichen Wortes

Geschrieben: 25. Mai 2013 | Autor: | Kategorisiert unter: Allgemein | Keine Kommentare »

[Mit frdl. Genehmigung der Badischen Zeitung / des Autors.]

05. Mai 2013 17:18 Uhr

Der neue Träger der Johann-Peter-Hebel-Gedenkplakette heißt Markus Manfred Jung. Der Name des Preisträgers wurde beim Hebelabend am Samstag bekanntgegeben.
Bühne frei für Bettina Bohn, Preisträger Markus Manfred Jung, Mutter Klärli Jung undHAUSEN. Wie der Vater so der Sohn: Markus Manfred Jung erhielt am Samstagabend die Johann-Peter-Hebel-Gedenkplakette verliehen. Genau 40 Jahre nach seinem Vater Gerhard Jung hat nun dessen Sohn Markus Manfred am Hebelabend in der Hausener
Festhalle die ehrenvolle Auszeichnung entgegen nehmen dürfen. Markus Manfred Jung ist Mundart-Lyriker und Mitbegründer der Schopfheimer Mund-ArtLiteratur-Werkstatt.
Dem feierlichen Anlass entsprechend haben zahlreiche Mitwirkende die Zeremonie mit einem gefälligen Unterhaltungsprogramm bereichert. Die musikalische Einstimmung durch die Hebelmusik Hausen mit ihrem Dirigenten Jean-Christophe Naas war denn auch ein Auftakt nach Maß. Mit einem herzlichen Gottwilche hieß dann der Hausener Bürgermeister Martin Bühler die Besucher, darunter viele prominente Ehrengäste, willkommen. Die Bekanntgabe des neuen Plakettenträgers wurde allerdings bis zur Verleihung zurück gestellt.
So herrschte knisternde Spannung: Wer wird wohl die Johann-Peter-Hebel-Gedenkplakette diesmal bekommen? Bei den herzerfrischenden Volkstänzen der Vreneli und Hanseli von der Hausener Grundschule konnte man sich allerdings entspannt zurücklehnen und genießen. Gabi Kropf hatte die Choreographie mit den Kindern einstudiert. Da kam sogar Moderator Reinhard Seiberlich ins Schwärmen: Endlich habe man nach vielen Jahren Absenz wieder einen Volkstanz mit Kindern beim Hebelabend auf die Bühne gezaubert, meinte er euphorisch. Dazu passte im Anschluss die Liedauswahl des Hausener Gesamtchors unter der Leitung von Michael Brogle nahezu perfekt. „Oh Welt, du bist so schön“, jubilierten sie.
Blockflötenensemble steigert die Spannung
Dass die Schweizer Schriftstellerin Hilda Jauslin beim Vortag ihrer herrlichen Gedichte im Basler Dialekt hinter dem hohen Rednerpult auch zu sehen war, hatte man ihr spontan ein Bänkchen gebracht und sie damit förmlich aufs Podest gehoben. Als das Blockflötenensemble der Musikschule Mittleres Wiesental unter Leitung von Anita Waibel das Publikum mit seinen einschmeichelnden Melodien unterhielt, wusste man, dass die Plakettenverleihung unmittelbar darauf folgen würde. Bürgermeister Martin Bühler hatte den Namen des neuen Plakettenträgers Markus Manfred Jung noch nicht ganz zu Ende gesprochen, da brandete schon herzlicher
Beifall auf.
Es war schon fast selbstverständlich, dass ein Freund und Weggefährte von Markus Manfred Jung dessen Wesen und Wirken in einer Laudatio würdigte: Volker Habermaier, Vizepräsident des Hebelbundes Lörrach und, wie Jung, ebenfalls Lehrer am Schopfheimer Theodor-Heuss-Gymnasium (THG), zeichnete in einer bemerkenswerten Rede das Bild von einem bescheidenen Menschen und genialen Literaten. Der Hebelfreund Markus Manfred Jung schreibe Texte gegen die Sprachverhüllung von heute, er
setze das Wort gegen die Wörter. Dank seines Engagements habe Hebel am Schopfheimer THG einen festen Platz. Den Lehrer Markus Manfred Jung zeichne die sokratische Kunst des Gesprächs mit seinen Schülern aus. Er lerne von ihnen und sie von ihm.
Bürgermeister Bühler (von links). Foto: Edgar Steinfelder“Man wolle, die Zeit wäre kürzer, bis wieder ein neuer Jung entsteht.“
Markus Manfred Jung: „Das freut mich saumäßig“
„Das lauft abe wie Baumöl“, bedankte sich der neue Plakettenträger bei seinem Freund und Laudator. Dass er diese Auszeichnung bekommen habe, freue ihn „saumäßig“. Er habe lange überlegt, was er als Dank sagen könne, etwas Besseres sei ihm aber nicht eingefallen, meinte er in seiner humorvollen Art. Und köstlich amüsiere er sich, wenn ein Bekannter eine seiner Mundartglossen in der Badischen Zeitung zwar saugut fand, sie aber nicht verstanden habe. Was ihm missfalle, sei die Art, Kinder im Standard zu erziehen. Denn was daraus resultiere, seien Kinder, aber im Standard eben.
Markus Manfred Jung (Jahrgang 1954) wurde in Zell geboren, wuchs in Lörrach auf und lebte lange in Wehr. 2010 zog er mit seiner Frau Bettina Bohn nach Raich-Hohenegg. Markus Manfred Jung hat Germanistik, Philosophie und Sport in Freiburg studiert und unterrichtet seit 1985 am THG in Schopfheim.

Autor: Edgar Steinfelder


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