Malen mit Worten und Bildern

Geschrieben: 13. Februar 2015 | Autor: | Kategorisiert unter: Allgemein | Keine Kommentare »

Die Malerin Bettina Bohn und der Lyriker Markus Manfred Jung stellen ihr zweites gemeinsames Buch „Schluchten von Licht“ vor.

von Roswitha Frey

Sie ist Malerin, er Lyriker. Ein seltener Glücksfall von einem Künstler-Ehepaar. Ein Malen in Bildern und Worten, ein Eintauchen in Farbklang und Sprachklang. Nun haben Bettina Bohn und Markus Manfred Jung aus Hohenegg im Kleinen Wiesental ihr zweites gemeinsames Buch vorgestellt: „Schluchten von Licht“.

Das Erlebnis Sylt hat sie zu diesen Naturstimmungen und Gedichten inspiriert. Zwei Mal waren Bohn und Jung auf der Nordseeinsel, einmal im Frühjahr, einmal im November. Bei Sturm, turmhohen Wellen, peitschendem Regen, umtost von den Urgewalten der Natur. Eine aufwühlende Begegnung mit den Elementen, die sich in kühnen bildnerischen Impressionen und eindrücklichen Sprachbildern niederschlägt. In Wort-Bildern von Nieselgischt und Nebelweiß, von Himmelsmarmor und Lichtzuckerstrand, von mondsandenen Kratern, von Silbermöwenschrei und Strandhafertanz.

 

Bei der Buchpräsentation im brechend vollen Kulturcafé Fräulin in Zell lasen die Malerin und der Autor im Wechsel zu zweit – eine Premiere. Als Spezialgast war der Liedermacher Uli Führe mit dabei, der in einer Stimmenperformance vom Wind, von Umwegen und dem Daheimsein sang. Eines wurde bei der Vernissage schnell klar: Bettina Bohns Bilder sind keine Illustrationen der Gedichte und umgekehrt sind Jungs lyrische Schöpfungen keine Umsetzungen der Bilder. Sie hat sich den Natureindrücken ausgesetzt, im Freien die Atmosphäre, die Elemente Wasser, Erde und Luft spontan und dynamisch auf dem Papier eingefangen; er hat das unmittelbare Erleben der urgewaltigen Gischt, der hügelhohen Brecher, der Urkräfte von Nordsee, Licht und Orkan in konzentrierten, assoziativen Gedichten reflektiert. So korrespondieren diese eigenständige Malerei und Dichtkunst auf inspirierende Art.

Es ist aber kein Sylt-Band. Das Erlebnis Insel, das Nordisch-Raue, war nur der künstlerische Katalysator, der Auslöser für Bilder und Gedichte, die sich im übertragenen Sinn mit dem Urereignis Natur auseinandersetzen, aber auch mit tief gehenden Gedanken über das Leben, das Lieben, das Reifen von Natur, Mensch und Beziehung. Eine Überraschung ist für manchen, dass viele der Gedichte von Jung im neuen Band in Hochdeutsch verfasst sind oder in alemannischer und hochdeutscher Version. Wie der bekannte Mundartautor sagte, schalte er auch im Alltag als Gymnasiallehrer öfter vom Alemannischen ins Hochdeutsche um. Es war bei der Lesung auffallend zu hören, wie eine andere Sprachmelodie, eine andere Vokalität, oftmals auch eine andere Wortbedeutung hineinkommt, wenn das Gedicht auf Alemannisch ist.

So oder so entstehen beim Hören, Lesen und Betrachten Bilder im Kopf. „Rosendünen/ schluchten von licht/ wind/ windwindwind/ lichtzuckerstrand/ nieselgischt/ lichtschlucker/ nebelweiß/ himmelaufriss/ schluchzen von Licht“, heißt es im Titelgedicht. Ein anderes Beispiel: „Windgewalt wirft sich auf/ brecher über brecher bricht/ gischtgeschäum aufs land…“ Oder: „Jener Sichelmond/ mäht milchiges wolkengras/ atemlos die Nacht“. In der alemannischen Variante klingt es so: „Selle Sichlemond maiht s milchigi wulkegras d nacht vergisst s schnuufe“. Man spürt in den Gedichten den „Schlagwurf des Sturms“, den Wind, diesen „Wolkentreiber“, sieht den Reif, weiß und hell, den nordischen Nebel, die Wellenwirrnis des Haars auf dem Kissensand, in Worten „wie gemalt“.

So wie der erfinderische Wortschöpfer Jung hat auch die Malerin Bettina Bohn mit feinen Antennen und hellwachen Sinnen das erspürt, was die Naturelemente in ihr auslösen. So sind wunderbar freie, aufgelöste, bewegte Bilder entstanden, in starkem Bewegungsimpuls gemalt in Tusche, Gouache und Naturpigmenten. Die stürmische Atmosphäre, das aufgewühlte Meer, die Wellenbrecher, die vom Wind zerzausten und gebeugten Bäume, die Dünen, die zerrissenen Wolken, den tosenden Wirbel von Wasser und Luft – diese Stimmungsmomente fängt Bohn sehr abstrahiert und fließend im Gestus ein, oft in kalligraphischem Schwung und in kontrastierenden Farbnuancen von Graublau, Weiß und Brauntönen auf verschiedenem Papier. Bohns Bilder aus dem Buch sind im Original noch bis Ende Februar im Zeller Kulturcafé Fräulin ausgestellt.

– “Schluchten von Licht“ von Bettina Bohn und Markus Manfred Jung, Drey-Verlag, 25 Euro. Sonderausgabe mit Originaldruck von Bettina Bohn 60 Euro.

Textverwendung mit  Genehmigung der Autorin. Danke.

 


Terminvorschau 2015

Geschrieben: 16. Oktober 2014 | Autor: | Kategorisiert unter: Allgemein | Keine Kommentare »
2015 geht es so weiter:
08.02.15, Zell, Café Fräulin, 15h00, Vernissage der Bilder von B. Bohn, Lesung, Buchvorstellung „schluchten von licht“
06.03.15, Wehr, „Storchehus“, Hauptstraße, 20h00, Buchvorstellung „Schluchten von Licht“, Bildervernissage, Lesung; musikalische Begleitung: Sergej Fedorov, Gitarre,
13.03.15, Prinzbach
15.03.15, Schopfheim, Museum, 11h00, MaxMoritz auf Alemannisch
18.03.15, Möhlin/CH, 20h00
27. – 29.03.15, 27. Internationale Schopfheimer Mund-Art Literatur-Werkstatt mit Lesungen am
27.03.15, Weil am Rhein, 20h00,
28.03.15, Schopfheim, 20h00,
29.03.15, Basel/CH, 11h00

Vorstellung von Markus Manfred Jung durch Volker Habermaier

Geschrieben: 7. August 2014 | Autor: | Kategorisiert unter: Allgemein | Keine Kommentare »

Vorstellung des Autors anlässlich der Lesung vom 7.12.13 beim Hebelbund im Dreiländermuseum, Lörrach, durch den Vizepräsidenten Volker Habermaier.

Mit freundlicher Genehmigung des Autors, erschienen in „Hebelbund Lörrach – Jahresschrift 2013“, Heft Nr. 58, Lörrach, 2014

Jung-Jahresschrift (PDF)


Neu: „Max und Moritz“ auf alemannisch

Geschrieben: 7. Juli 2014 | Autor: | Kategorisiert unter: Allgemein | 1 Kommentar »



maxmoritzalemannisch»De alemannischi Max un Moritz: E Luusbuebegschicht mit sibe Lumpereie «, übregschmugglet ins Alemannischi vom Markus Manfred Jung, 62 Seiten, Hardcover
ISBN 978-3943052640, € 13,90, Kaufen


Blick in die Schublade: entsichert und entschärft – Markus Manfred Jung liest in Stetten.

Geschrieben: 25. Mai 2013 | Autor: | Kategorisiert unter: Allgemein | Keine Kommentare »

[Mit frdl. Genehmigung der Badischen Zeitung / der Autorin.]

07. Mai 2013
LÖRRACH. Erinnerungen an den Lörracher Stadtteil Stetten der 60er- und 70er- Jahre wurden wach bei der Lesung von Markus Manfred Jung im Gemeindesaal St. Fridolin am Freitagabend. Die Lesung, die von Gitarrenschülern der Musikschule Lörrach und einer Flötistin musikalisch umrahmt wurde, gehörte zu der Veranstaltungsreihe „1250 Johr Stette“.
Der 1953 in Zell geborene und in Stetten aufgewachsene Mundart-Autor Markus Manfred Jung las vollständig auf Alemannisch zahlreiche kurze Geschichten, die von Kindheits- und Jugenderlebnissen handelten. Da waren noch die Zöllner, an denen man mit dem Fahrrad vorbei musste, wenn die Mutter den billigeren Kaffee in der Schweiz kaufte. An den Zöllnern musste man auch vorbei, wenn man mit den Freunden einen nächtlichen Ausflug zu Fuß nach Inzlingen machte.
Jung erinnert sich, dass nach der Ermordung von Hanns Martin Schleyer die Grenzkontrollen verschärft wurden. Er erlebte, dass die Zöllner im Dunkeln „Halt stehen bleiben“ riefen und kurz darauf ein Gewehr entsicherten. Ein furchtbarer Schreck für die jungen Leute. Als sie im Dialekt Antwort gaben, war für die Zöllner klar, dass es sich um Stettener handelte, was die Situation sofort entschärfte.
Jung erinnert sich, wie er früher mit den Freunden Forellen in der Wiese fing, er erinnert sich an die stillgelegte Ziegelfabrik, wo er mit seinen Freunden einen Dachstuhl in Brand setzte und in der Lehmgrube ein Giftmüllfass der Basler Chemieindustrie zum Auslaufen brachte.
Jungs Texte sind wie kleine Schlaglichter im Dunkel der Vergangenheit, sie sind anekdotisch, haben meist eine Pointe. Wenn in ihm Erinnerungen wach werden, sei es, als öffne sich eine Schublade, sagt der Autor. Jung erinnert sich an kleine Details wie an die „Wybertli“ und „Rompeguzzeli“ genannten Hustenpastillen, die früher noch in Lörrach hergestellt wurden, an das Grüßen mit dem alemannischen „Solli“, das im Elsass „Salut“ und in der Schweiz „Salli“ klingt. Nostalgie schwingt mit, wenn er sagt, dass früher die Kinder noch draußen spielten, während sie heute ja nur noch vor dem „Glotzkasten“ sitzen, dass die Kinder heute zu dick seien, sie
früher aber gar keine Gewichtsprobleme kannten. Heute würde alles zugebaut, die wenigen Spielplätze würden immer noch weniger.
Dass bis auf die Grenzkontrollen früher vieles besser war, man könnte es meinen, wenn man dem Autor zuhört.
Außer den vorwiegend humoristischen kurzen Prosatexten liest Jung vier frühe, ernstere Gedichte, in denen sein Heimatort Stetten vorkommt.
Abgerundet wird die Lesung durch den gelungenen Vortrag von sechs Gitarrenschülern (zwei Trios) und einer jungen Gastflötistin.
Gespielt werden rund zehn, teils extra für Gitarre arrangierte Stücke von unterschiedlichen Komponisten, darunter eine Fuge von Händel, ein Allegro von Mozart, Melodien von Bizet und Offenbach sowie spanische traditionelle Stücke. Ein sehr schönes kleines Programm, mit Sorgfalt einstudiert und mit Konzentration vorgetragen. Der weiche, unaufdringliche Klang von Gitarren und Querflöte ist ein echter Hörgenuss.

Autorin: Antje Gessner


HEBEL-GEDENKPLAKETTE 2013 – Ein Freund des deutlichen Wortes

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[Mit frdl. Genehmigung der Badischen Zeitung / des Autors.]

05. Mai 2013 17:18 Uhr

Der neue Träger der Johann-Peter-Hebel-Gedenkplakette heißt Markus Manfred Jung. Der Name des Preisträgers wurde beim Hebelabend am Samstag bekanntgegeben.
Bühne frei für Bettina Bohn, Preisträger Markus Manfred Jung, Mutter Klärli Jung undHAUSEN. Wie der Vater so der Sohn: Markus Manfred Jung erhielt am Samstagabend die Johann-Peter-Hebel-Gedenkplakette verliehen. Genau 40 Jahre nach seinem Vater Gerhard Jung hat nun dessen Sohn Markus Manfred am Hebelabend in der Hausener
Festhalle die ehrenvolle Auszeichnung entgegen nehmen dürfen. Markus Manfred Jung ist Mundart-Lyriker und Mitbegründer der Schopfheimer Mund-ArtLiteratur-Werkstatt.
Dem feierlichen Anlass entsprechend haben zahlreiche Mitwirkende die Zeremonie mit einem gefälligen Unterhaltungsprogramm bereichert. Die musikalische Einstimmung durch die Hebelmusik Hausen mit ihrem Dirigenten Jean-Christophe Naas war denn auch ein Auftakt nach Maß. Mit einem herzlichen Gottwilche hieß dann der Hausener Bürgermeister Martin Bühler die Besucher, darunter viele prominente Ehrengäste, willkommen. Die Bekanntgabe des neuen Plakettenträgers wurde allerdings bis zur Verleihung zurück gestellt.
So herrschte knisternde Spannung: Wer wird wohl die Johann-Peter-Hebel-Gedenkplakette diesmal bekommen? Bei den herzerfrischenden Volkstänzen der Vreneli und Hanseli von der Hausener Grundschule konnte man sich allerdings entspannt zurücklehnen und genießen. Gabi Kropf hatte die Choreographie mit den Kindern einstudiert. Da kam sogar Moderator Reinhard Seiberlich ins Schwärmen: Endlich habe man nach vielen Jahren Absenz wieder einen Volkstanz mit Kindern beim Hebelabend auf die Bühne gezaubert, meinte er euphorisch. Dazu passte im Anschluss die Liedauswahl des Hausener Gesamtchors unter der Leitung von Michael Brogle nahezu perfekt. „Oh Welt, du bist so schön“, jubilierten sie.
Blockflötenensemble steigert die Spannung
Dass die Schweizer Schriftstellerin Hilda Jauslin beim Vortag ihrer herrlichen Gedichte im Basler Dialekt hinter dem hohen Rednerpult auch zu sehen war, hatte man ihr spontan ein Bänkchen gebracht und sie damit förmlich aufs Podest gehoben. Als das Blockflötenensemble der Musikschule Mittleres Wiesental unter Leitung von Anita Waibel das Publikum mit seinen einschmeichelnden Melodien unterhielt, wusste man, dass die Plakettenverleihung unmittelbar darauf folgen würde. Bürgermeister Martin Bühler hatte den Namen des neuen Plakettenträgers Markus Manfred Jung noch nicht ganz zu Ende gesprochen, da brandete schon herzlicher
Beifall auf.
Es war schon fast selbstverständlich, dass ein Freund und Weggefährte von Markus Manfred Jung dessen Wesen und Wirken in einer Laudatio würdigte: Volker Habermaier, Vizepräsident des Hebelbundes Lörrach und, wie Jung, ebenfalls Lehrer am Schopfheimer Theodor-Heuss-Gymnasium (THG), zeichnete in einer bemerkenswerten Rede das Bild von einem bescheidenen Menschen und genialen Literaten. Der Hebelfreund Markus Manfred Jung schreibe Texte gegen die Sprachverhüllung von heute, er
setze das Wort gegen die Wörter. Dank seines Engagements habe Hebel am Schopfheimer THG einen festen Platz. Den Lehrer Markus Manfred Jung zeichne die sokratische Kunst des Gesprächs mit seinen Schülern aus. Er lerne von ihnen und sie von ihm.
Bürgermeister Bühler (von links). Foto: Edgar Steinfelder“Man wolle, die Zeit wäre kürzer, bis wieder ein neuer Jung entsteht.“
Markus Manfred Jung: „Das freut mich saumäßig“
„Das lauft abe wie Baumöl“, bedankte sich der neue Plakettenträger bei seinem Freund und Laudator. Dass er diese Auszeichnung bekommen habe, freue ihn „saumäßig“. Er habe lange überlegt, was er als Dank sagen könne, etwas Besseres sei ihm aber nicht eingefallen, meinte er in seiner humorvollen Art. Und köstlich amüsiere er sich, wenn ein Bekannter eine seiner Mundartglossen in der Badischen Zeitung zwar saugut fand, sie aber nicht verstanden habe. Was ihm missfalle, sei die Art, Kinder im Standard zu erziehen. Denn was daraus resultiere, seien Kinder, aber im Standard eben.
Markus Manfred Jung (Jahrgang 1954) wurde in Zell geboren, wuchs in Lörrach auf und lebte lange in Wehr. 2010 zog er mit seiner Frau Bettina Bohn nach Raich-Hohenegg. Markus Manfred Jung hat Germanistik, Philosophie und Sport in Freiburg studiert und unterrichtet seit 1985 am THG in Schopfheim.

Autor: Edgar Steinfelder


Sprache zum Klingen gebracht – Markus Manfred Jung erhielt die Hebelplakette

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[Mit frdl. Genehmigung der Badischen Zeitung / der Autorin.]

Bürgermeister Martin Bühler (li) dankt Hebelplakettenträger Markus Manfred Jung für das
Gastspiel im Hebelhaus.

1975 schrieb Markus Manfred Jung seine erste Geschichte; sie avancierte zu preisgekrönter Prosa, machte Mut und gab den Anstoß zum weiteren Schaffen. Bis heute ist sein Weg mit Auszeichnungen gepflastert, die jüngste stellt die Hebelplakette dar – traditionell schließt sich der Verleihung die Lesung vor dem Hebelfest an. Der Abend im Hebelhaus vor ausgesuchtem Publikum war eine komprimierte Rückschau auf nahezu vier Jahrzehnte kreativer Tätigkeit. Erkennen ließ sich, dass Inhalte stets vom persönlichen Werdegang geprägt waren. Das Schreiben kommt aus einem selbst, erklärte Jung das. Erfreulich sei, wenn sich der Leser den Inhalten anschließen könne. Nicht immer habe er diesen Nerv getroffen, vor allem nicht bei ironischen Versen. Doch Ironie sei ohnehin ein schwieriges Fach.
Die Gunst der Leserschaft zu erringen gelang ihm spätestens mit dem Gedichtband „Rägesuur“. 1986 nahm er sich des Reizthemas „saurer Regen“ an. Junge Autoren äußern sich gern politisch, kommentiert Jung das im Rückblick. Nach und nach wuchs das Œuvre an auf 18 Titel. Einige seien vergriffen, gelegentlich lasse sich ein Exemplar bei „Ebay“ erwerben, so der Autor launig. Aus jedem Gedichtband vorzulesen, war seine Intention, meinte er augenzwinkernd. Humor zeigte sich auch in den Erläuterungen, die seiner Karriere galten. Deutlich wurde, dass ihn einstige Ambitionen im gereiften Alter schmunzeln lassen. So mancher seiner früheren
Gedanken könne er nicht mehr folgen, erinnere sich aber, sie geschrieben zu haben. Andere seien frisch wie zur Zeit der Niederschrift. Der Tod des Vaters Gerhard Jung etwa, „Hoch- und Vordenker“, der ihn neben dem Vorbild Johann Peter Hebel, prägte.
Mit väterlichem Rat fand das Nachwuchstalent die richtigen Bahnen, unter anderem riet der Erfahrene, Mundart zu verwenden. Der Sohn beherzigte das, um festzustellen, dass diese mehr „Möglichkeiten und Vieldeutigkeiten“ enthalte und Musik. Diese brachte der frischgebackene Hebelplakettenträger bei der Lesung unentwegt zum Klingen, darunter Auszüge aus „Halbwärtsziit“ von 1989, einer Phase, in der es hieß, „de Gerhard Jung komme, numme eweng jünger“. Viele Erlebnisse weiter spricht der Mundartdichter davon, Vertrauen in den Leser gewonnen zu haben. Durch einen Plagiatsvorwurf erkannte er, dass man sich Formulierungen anderer merke, ohne es zu wissen. Selbstkritisch ging er mit einem (fast verpatzten) Fernsehauftritt um, und von starker Geradlinigkeit zeugte die Begründung, warum er seit 2008 nichts mehr veröffentlicht habe. Bei einem Autorentreffen amüsierte man sich noch über das verlorene Notizbuch Martin Walsers. Dann verlor er es selbst, so Jung, und damit die Aufzeichnung vieler Jahre.
Das Nachdenken überlasse er dem Leser, habe Hebel einst geäußert, ein Credo, das schon Gerhard Jung aufgriff und das sich ebenso für Markus Manfred Jung anwenden lässt, wie eine ganze Reihe tiefsinniger Verse bewies. Manchmal stiehlt sich das Denken über das Schreiben, so der Preisgekrönte begründend.

Autorin: Ines Bode


Hausen feiert seinen Hebel – Gut beschirmt

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Hebelplakettenträger Markus Manfred Jung.
Wie es guter Brauch ist im Hebeldorf Hausen, wurde auch heuer wieder am 10. Mai der Geburtstag des alemannischen Dichters Johann Peter Hebel gebührend und mit mit illustren Gästen gefeiert.


Berichterstattung zu den Schopfheimer Literaturtagen

Geschrieben: 3. April 2013 | Autor: | Kategorisiert unter: Allgemein | Keine Kommentare »

Zwei Artikel auf französisch zu den Schopfheimer Literaturtagen
– Artikel 1 (Dimanche)
– Artikel 2 (Mercredii)


25 Jahre „Internationale Schopfheimer Mund-Art Literatur-Werkstatt“, 22. bis 24.03.2013

Geschrieben: 20. Februar 2013 | Autor: | Kategorisiert unter: Allgemein | Keine Kommentare »

22.03.13, 20h00, Lesung im „Stapflehus“, Altweil, Weil am Rhein mit Stefan Pflaum und Martin Schley aus Baden/D, Gesang und Texte, Anni Mathes, Vorarlberg/A, Vreni Weber-Thommen, Baselland/CH, Klaus Gasseleder, Franken/D, Wendelinus Wurth, Baden/D

23.03.13, 15h00, Festakt in der Aula der Waldorfschule, Schlierbachweg, Schopfheim mit anschließendem Stehempfang

23.03.13, 17h00, Lesung in der Aula der Waldorfschule, Schopfheim mit Réne Egles, Elsass/F, Liedermacher, Hilda Jauslin, Basel/CH, Nicole Keilbach-Schmittel und Johannes Kaiser, Baden/D, Peter Schlack, Württemberg/D, Helmut Haberkamm, Franken/D

23.03.13, 19h00, Lesung, Waldorfschule Schopfheim mit Markus Heiniger, Baselland/CH, Liedermacher, Lidwina Boso, Vorarlberg/A, Ulrike Ebert, Baden/D, Hanno Kluge, Württemberg/D, Giovanni Nadiani, Emilia Romagna/I, Josef Wittmann, Bayern/D

23.03.13, 21h00, Lesung, Waldorfschule, Schopfheim mit Sylvie Reff, Elsass/F, Liedermacherin, Marianne Ehlers, Ostfriesland/D, Annemarie Regensburger, Tirol/A, Bruno Epple und Hanspeter Wieland, Baden/D, Adolf Vallaster Vorarlberg/A

23.03.13, 20h30, Lesung im „le caveau-café littéraire“, 19, avenue du Général de Gaulle, St. Louis/F mit Aernschd Born, Basel/CH, Liedermacher, Ulrike Derndinger, Baden/D, Claudia Scherer, Württemberg/D, Ronald Euler, Lothringen/F, Jean-Christophe Meyer, Elsass/F, Erwin Messmer, Bern/CH

24.04.13, 11h00, Lesung in der Bibliothek der „Allgemeinen Lesegesellschaft“, Münsterplatz 8, Basel/CH mit Liselotte Hamm und Jean-Marie Hummel, Elsass/F, Liedermacher, Carola Horstmann und Markus Manfred Jung, Baden/D, Max Huwyler, Zug/CH, Alfred Gulden, Saarland/D